Das Theologiestudium

„Mich begeistert die Vielfalt“, sagt Wiebke aus Berlin mit einem Lächeln im Gesicht. Das Studium der wissenschaftlichen Theologie beinhaltet das Erforschen der Bibel ebenso wie das systematische Denken, die Kirchengeschichte und die Reflexion der Praxis.

Es bezieht sich nicht nur auf die Erkenntnisse der Sprachwissenschaften, Philosophie, Religionswissenschaften, Pädagogik und Sozialwissenschaften, sondern blickt in alle Richtungen der menschlichen Existenz.

Wer Evangelische Theologie studiert, studiert den Glauben der christlichen Gemeinde. Was bedeutet das für die Sicht auf die Welt und auf uns? Wieso sind wir da?

Theologie fordert Dich als Person, Deine Einstellung zur Welt und zu Gott heraus. Wie das geht? Mit Diskutieren, Ideen entdecken und dem Bilden einer eigenen Meinung.

Mit dem Ziel, später bei uns in die zweite Ausbildungsphase zu gehen, studierst Du mit dem Abschluss kirchliches Examen oder Magister Theologiae.

Für Quereinsteiger*innen mit einem abgeschlossenen Studium (i.d.R. Bachelor) und fünfjähriger Berufserfahrung gibt es z.B. den Studiengang „Master of Theological Studies“ in Wuppertal.

AUFBAU DES STUDIUMS (Ziel: Pfarramt)

Magister Theologiae / kirchl. Examen (10-12 Semester)

Voraussetzung ist in der Regel die Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Die Regelstudienzeit beträgt 10 Semester. Für das Erlernen der Sprachen werden bis zu 2 Semester hinzugerechnet.
Anders als andere Studiengänge ist das Studium nicht in Bachalor und Masterabschluss unterteilt. Am Ende steht der Abschluss: Magister Theologiae.

Für das Studium benötigest Du Kenntnisse in den Sprachen LateinHebräisch und Griechisch. Hierfür werden bis zu 2 Semestern auf die Regelstudienzeit angerechnet. Du besuchst die Kurse am Beginn des Studiums. Danach hast Du ein Hebraicum, Latinum und Graecum (Abiturergänzungsprüfung).

Zum Grundstudium gehören Einführungs- und Orientierungsveranstaltungen. Du erlernst in den ersten Seminaren (Proseminaren) und Vorlesungen, die Grundlagen der theologischen Wissenschaft und schreibst Deine ersten eigenen Forschungspositionen (Proseminararbeiten).

Am Ende des Grundstudiums steht die Zwischenprüfung.

Im Hauptstudium geht es darum, die im Grundstudium erworbenen Fähigkeiten zu erweitern und eigene Studienschwerpunkte zu setzen.

Am Beginn steht das Gemeindepraktikum. Es verbindet das Studium mit der Praxis und wirft Fragestellungen für das weitere Studium auf. Zum Hauptstudium gehöre auch die Prüfungen in Philosophie, Religionswissenschaften/Interkultureller Theologie und die pädagogische Arbeit.

Die Herausforderung des Hauptstudiums besteht darin, einen eigenen theologischen Standpunkt zu bestimmen und das angeeignete Wissen in einen fächerübergreifenden Zusammenhang der ganzen Theologie zu stellen.

Das Hauptstudium ist meist auch die Zeit, in der Studies ins Ausland gehen und/oder weitere Praktika absolvieren.

 

In der Integrationsphase bündelst Du Dein Wissen und stärkst Deine theologischen Fähigkeiten. Am Ende steht die 1. Theologische Prüfung und somit der Abschluss Deines Studiums.

Für dieses Abschlussexamen steht Dir Deine Landeskirche mit Rat und Tat zu Seite.

 

AUFBAU DES QUEREINSTEIGER STUDIENGANGS
(BEISPIEL KIHO WUPPERTAL)

Verschiedene Universtitäten bieten einen Aufbaustudiengang an, der für das Vikariat qualifiziert. Den Master of Theological Studies kannst Du z.B. in Wuppertal nach 6 Semestern, bzw. berufsbegleitend nach 8 Semestern, erwerben. 

Voraussetzung sind ein abgeschlossenes Studium (mindestens Bachelor) und 5 Jahre Berufserfahrung.

Das Propädeutikum findet nach der Aufnahme in den Studiengang, aber vor der eigentlichen Studienzeit statt und besteht aus den Sprachkursen, sofern die Sprachen Hebräisch und Griechisch nicht bereits erlernt und mit vergleichbaren Prüfungen abgeschlossen wurden, sowie einem Einführungsmodul.

Die Basismodule sind in der Regel im ersten Studienjahr (nach dem Propädeutikum) abzuschließen und werden ausschließlich für Studierende dieses Masters angeboten.

Die Aufbaumodulen des zweiten Studienjahrs werden die teilweise zusammen mit grundständig Studierenden des Pfarramtsstudiengangs studiert.

Die Profilmodule des dritten Studienjahrs können frei, je nach Angebot, belegt werden.

FAQs

Für das Studium an der Universität brauchst Du in der Regel die Allgemeine Hochschulreife. Einen Numerus Clausus gibt es nicht.

Du hast ein Fachabi? Dann sprich uns an. Vielleicht finden wir noch einen anderen Weg für Dich.

Die Regelstudienzeit beträgt 10 Semester (5 Jahre). Ein weiteres Jahr wird Dir auf die Regelstudienzeit angerechnet, wenn Du mindestens noch zwei der Sprachen (Hebräisch, Griechisch, Latein) in der Studienzeit lernst.

Das Studium wird finanziert wie jedes andere Studium auch. Wenn Dich Deine Erziehungsberechtigten nicht unterstützen können, erhältst Du BAföG.

Stipendien sind ebenfalls möglich.

Eine Förderung durch die Landeskirche erhältst Du, wenn Du Dich auf eine Liste der Theologiestudierenden setzen lässt. Diese reicht allerdings nicht für den Lebensunterhalt.

In den Fächern Altes und Neues Testament lernst Du die Welt der biblischen Schriften kennen. Du studierst die Umwelt der Entstehung der biblischen Schriften und erhältst das methodische Handwerkszeug, um Deine eigene Interpretation der Schriften zu ermöglichen.

In der Kirchengeschichte lernst Du die historischen Zusammenhänge der    Kirche kennen. Von der Verfolgung der ersten Christen bis zur Kirche in der DDR.

Die Systematische Theologie reflektiert die christlichen Glaubenszusammenhänge: Was ist Taufe? Wie können wir überhaupt von Gott reden? Was heißt das für das Leben eines Christen?

Die Praktische Theologie reflektiert die christliche Praxis und ihren Zusammenhang mit der Gesellschaft. Zur praktisch theologischen Ausbildung gehört z.B. auch die Religionspädagogik, die Gottesdienstlehre und Kirchentheorie.

Zum Studium gehört ein mindestens 4-wöchiges Praktikum in einer Kirchengemeinde. Weitere Praktika werden durch die Landeskirche gefördert: ob im Ausland, im Krankenhaus oder in der Militärseelsorge. Vielleicht hast Du noch eine ganze andere Idee? Wir helfen Dir gerne, diese Idee zu realisieren.

Für die wissenschaftliche Arbeit brauchen Theologiestudierende drei Sprachen: Hebräisch (Altes Testament), Griechisch (Neues Testament und Kirchengeschichte) und Latein (Kirchengeschichte, Dogmatik). In der Regel werden die Sprachkurse an der Theologischen Fakultät belegt, an der man studiert. Es besteht zudem die Möglichkeit – gerade, wenn drei Sprachen zu erlernen sind – an Feriensprachkursen teilzunehmen.

Sprachursübersicht der EKD

Die Förderung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers findest Du auf der Seite Studienförderung.

Wer über besondere schulische Leistungen verfügt und/oder sich durch gesellschaftliches Engagement auszeichnt, kann ggf. ein Stipendium erlangen. Wir wünschen dafür viel Erfolg! Die Verbundenheit zu den Theologiestudierenden der Hannoverschen Landeskirche ist uns wichtig. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Eine Übersicht über mögliche Förderungswerke und Stiftungen findet sich hier.

Gott verändert Menschen. Damit beschäftige ich mich in meinem Studium.
 

Wiebke aus Göttingen